Ovarielle Regulationsmechanismen

Im physiologischen Zyklusgeschehen werden durch kontinuierliche Rekrutierung Eizellen aus dem Pool der ruhenden Primordialfollikel heraus über das Stadium des Primär- und Sekundärfollikels zum Wachstum angeregt. Seit langem ist bekannt, daß ab dem Stadium des frühen antralen Follikels das follikelstimulierende Hormon (FSH) hierfür unerlässlich und in seiner regulatorischen Kapazität durch keinen anderen Liganden zu ersetzen ist. In der späten Lutealphase kommt es durch steigende Frequenz der Pulsatilität von Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) zum Anstieg von FSH und dadurch zur zyklischen Rekrutierung antraler Follikel. Die während der Follikelphase folgende Selektion des dominanten Follikels aus der initial rekrutierten Follikelkohorte ist ein Zusammenspiel sinkender systemischer FSH-Spiegel und gleichzeitig unterschiedlich fortgeschrittener Maturation der Einzelfollikel. Durch die FSH-Rezeptoren auf der Granulosazelloberfläche und damit einhergehende Sekundäreffekte wie die Aromatisierung von Androgenen zu Östrogenen und die Ausbildung von Rezeptoren für luteinisierendes Hormon (LH) ergibt sich für jeden Follikel eine "FSH-Schwellendosis", unterhalb derer er in die Atresie geht. In der heute gängigen Auffassung wird vermutet, daß intraovarielle Faktoren, teilweise oozytenspezifische Faktoren, die FSH-Wirkung am Einzelfollikel dahingehend modulieren, daß der Follikel mit der niedrigsten FSH-Schwellendosis zur Ovulation voranschreitet. Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich im Rahmen klinischer und grundlagenwissenschaftlicher Studien mit der Erforschung ovarieller Regulationsmechanismen im physiologischen Zyklusgeschehen als auch bei pathologischen Zuständen wie zum Beispiel dem Syndrom polyzystischer Ovarien oder einer Einschränkung der ovariellen Reserve. Im einzelnen werden die nachfolgend aufgeführten Projekte bearbeitet:
  • Insulin- und IGF-Signaltransduktion in humanen Granulosazellen - Bedeutung für Proliferation, Survival und Differenzierung im Rahmen der Follikulogenese Projekt PD Dr. B. Sonntag, Hamburg (DFG SO 464/2-1)
  • Regulation der Genexpression von Insulin-like growth factor binding protein-4 protease (IGFBP-4ase) im humanen Ovar Projekt Dr. B. Sonntag (DFG SO 464/1-1)
    Expression und Regulation von Insulin Rezeptor Substrat (IRS)-1 und (IRS)-2 im humanen Ovar und ihre Bedeutung für die Pathogenese des Polysystischen Ovar-Syndroms (PCOS) IMF-Projekt PD Dr. B. Sonntag, Hamburg 
  • Bedeutung von zwei FSH-Rezeptor-Polymorphismen für die FSH-Wirkung in Granulosazellen DFG-Projekt Prof. Simoni, Prof. Dr. Greb, Dortmund
  • Perspektiven zur Erfüllung des Kinderwunsches nach onkologischer Therapie: Kryokonservierung und heterologe, ektopische Transplantation von funktionellem Ovargewebe im Primatenmodell. Projekt der Deutschen Krebshilfe-Mildred Scheel-Stiftung für Krebsforschung, PD Dr. B. Sonntag, Hamburg, Dr. rer. nat. V. von Schönfeldt (Inst. f. Reproduktionsmedizin)
  • Einsatz von Metformin versus Placebo bei Patientinnen mit PCO-Syndrom. Klinische Studie (Kooperation: Dr. August Wolff GmbH &Co, Bielefeld)
  • Bedeutung von zwei FSH-Rezeptor-Polymorphismen für die FSH-Wirkung in Granulosazellen - IMF-Projekt SO 12 06 14 (seit 04/07), PD Dr. med. Barbara Sonntag, Hamburg, und Dr. rer. nat. Alain Wunsch (Institut für Reproduktionsmedizin)
 
 
 
 

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